Europa, Israel und die Einsamkeit

Warum will die EU Jerusalem teilen, Israel zerschlagen und einen Phantasiestaat namens „Palästina“ anerkennen? Es geht um Ökonomie, aber nicht nur: Ja, es hat mit 3.500 Jahren Judenhass, Neid, Wut und Angst zu tun. Nein, es geht nicht um eine Verschwörung. Und Ja, Europa wird den Juden die Schoa niemals verzeihen (© H. Broder).

Kein einziges Mal wollte Israel Europa erobern. Im Gegenteil. Juden haben Europa Fortschritt gebracht: Von der Idee der Freiheit und Gerechtigkeit über Grundlage der drahtlosen Datenübertragung bis hin zur Relativitätstheorie. 20% der Nobelpreisträger haben einen jüdischen Hintergrund.

 

Heute ist daher eine neue Qualität hinzugekommen: Israel ist potentieller Konkurrent in Wirtschaft und Wissensproduktion, der seinen Wettbewerbsvorteil ausbaut. Innovationen, Start-ups und Nobelpreise sprechen eine klare Sprache.

 

Europa ist zur jüdischen Kultur abgeschlagen und gibt alte, verstockte Antworten: Judenhetze. Heute sind Juden in Europa wieder einsam, alleine und tödlich bedroht: Stockholm, Berlin, Paris, London, Athen, Budapest, Kiew, Wien,…

Diese neue Qualität drückt sich in Wirtschaftszahlen aus. Im zentralen Segment der Wirtschaft – Venture Capital (VC) – zog Israel 1,7 Mrd. EUR, die EU 7,4 Mrd. EUR an Land (2013). VC wuchs von 2012 auf 2013 für Israel um 55%, für Europa um 19% .

 

Israel hat die Nase eindeutig vorn, wie leicht zu ersehen ist: Ein Wirtschaftsraum von rund 9 Millionen Einwohnern matcht ernsthaft einen ähnlich industrialisierten Wirtschaftsraum von rund 450 Millionen Einwohnern. Die EU re-agiert irrational und schlägt um sich. Man könnte gleich den „Staat Narnia“ anerkennen. Er existiert ebensowenig.

 

Bezeichnend ist, dass die EU keinerlei Anstrengungen unternimmt und nicht mit Boykott droht, wenn sich arabische und islamische Staaten weigern, das schiere Existenzrecht Israels anzuerkennen. Israel ist ein Staat. Der einzige demokratische Staat im Nahen Osten. Das ist ein Messen mit verschiedenen Maßen, das nennt man Antisemitismus.

 

Die Signale werden auf den Straßen Europas verstanden. Das Resultat ist so ein mehr und mehr wütender, offener und durch europäische Regierungen geduldeter Judenhass auf den Straßen Europas, der getragen wird durch Islamisten, Rechts- und Linksextreme. Vorlage und Stichworte werden von der EU, den Regierungen und Parteien geliefert. Rechtsextreme Parteien nehmen diese Steilvorlagen dankbar an und eilen von Wahlsieg zu Wahlsieg. Sie sind keine Alternative für Europa.

 

Es wird einsam und gefährlich für Juden in Europa. Die Zahlen der Auswanderung aus Frankreich nach Israel sprechen Bände. Einher geht damit ein Abbau von Freiheit, Demokratie, Sicherheit und Gerechtigkeit in der sozialen, gesellschaftspolitischen und ökonomischen Dimension. Die Freiheit des Bürgers bleibt zunehmend auf der Strecke. Juden zählen wie immer zu den ersten Opfern. Wie Wiesenthal richtig sagte: Wir Juden haben keine Antennen, wir sind die Antennen.

 

Die EU empfindet mit Israel nicht nur ein politisches, sondern auch ein zukünftiges, wirtschaftsstrategisches Problem: Netanjahu hat in einer Grundsatzrede 2014 vor dem AIPAC ein Angebot an die arabische Welt gemacht, das in Kurzform lautet: Wenn ihr Demokratien werdet, dann machen wir einen gemeinsamen Wirtschaftsraum.

 

Die Botschaft wurde gehört. Nervosität bei islamischen Diktatoren und in Teilen des EU-Establishments. Ein neues Narrativ macht sich auf. Das Opfer könnte sich verabschieden. Den pauperisierten Massen könnte man eine Vision, ein Bild von einer besseren Welt bieten.

 

Ein wirtschaftlich vereinter Naher Osten unter dem Vorzeichen Demokratie und Menschenrechte! Was für eine Vision. Realisierbar nur mit der Übergangsphase der Spaltung arabischer Staaten in demokratische und islamische Staaten; so wie einst Europa in demokratische und kommunistische Staaten gespalten war.

 

Das Drehbuch ist bekannt. Für lupenreine arabische Demokratien gibt es einen Marshallplan de-luxe und für die anderen: „No Deal, No Appeasement!“ Man hört auch schon Naftali Bennett von einem Marshallplan für den Nahen Osten sprechen. Es ist möglich, wenn man es will. Freilich, Freiheit zum Nulltarif gibt es nicht. Hat es niemals gegeben, wird es niemals geben. Trump ist ein Präsident, der die Chuzpa hat, dies umzusetzen, denn dahinter steht ein guter deal. Die einzige Grundlage für dauerhaften Frieden, wie ja auch der ERP für Europa bewiesen hat.

 

Ich denke, der Islamismus erledigt sich dann rasch. Menschen wollen Frieden, Freiheit, Wohlstand und Demokratie, aber keine Armut, keine Scharia und islamische Diktaturen, wenn sie denn wählen könnten. Die Innovationskraft Israels und das arabische Kapital und ein Markt von ca. 400 Millionen Menschen können einen prosperierenden Markt unter dem Vorzeichen Demokratie schaffen, wo Gott allein Privatsache ist.

 

Diese Vision ist für eine EU, wie sie jetzt aufgestellt ist, aber eine Bedrohung. Die EU handelt im Reflex: Israel und weitere demokratische Staaten (Kurden) und damit Frieden im Nahen Osten werden verhindert. Die EU hat bei einem Frieden im Nahen Osten am meisten zu verlieren. Ökonomisch wie politisch.  It´s economy, stupid.

 

Die EU agiert irrational. Sie hält islamische Diktaturen an der Macht und will mit Palästina eine weitere Terrorkratie und einen weiteren religiösen Apartheidstaat schaffen. Die EU hatte es früher vielleicht mal in der Hand, gewinnbringend zu partizipieren. Dieses Fenster dürfte sich geschlossen haben. Das hat die EU verstanden und sieht in Ankara und Teheran ihre Bündnispartner. Entsprechend verbiegt und veratet sich die EU, allen voran Deutschland.

 

Einen Marshallplan (ERP) für die Demokratien im Nahen Osten. Vielleicht kommt er von Trump. Zuerst muss freilich der Islamismus in Ankara und Teheran zerlegt werden.

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