DAS PROJEKT „MESUSA“: Der Versuch eines Projektstartes

In Berlin und Wien wurden ca. 150.000 Immobilien und ca. 100.000 Unternehmen „arisiert“, dies meint im Namen des Nationalsozialismus durch Deutsche und Österreicher geraubt.

Ihre Besitzer kamen um – durch Mord auf offener Straße, im sogenannten „Arbeitslager“ oder im KZ – oder mussten unter erpresster Aufgabe aller Habe flüchten.

Die sogenannten „Arisierungen” von Immobilien und Unternehmen sind heute weitgehend unsichtbar und ihre Opfer auch kaum entschädigt.

„Sogenannt“ weil dem nationalsozialistischen Rassenwahn zur Katalogisierung von Menschen keine implizite Anerkennung und keine Definitionsmacht eingeräumt werden soll und diese Kategorien keinen objektiven Gehalt aufweisen. Es sind verbrecherische Wahnideen, die das Leben von Millionen vernichtet und die Welt in den Abgrund der Barbarei gestoßen haben. Die Greuel des Schoa brauchen hier nicht weiter ausgeführt werden und man kann sich jederzeit umfassend in der Topographie des Terrors darüber informieren.

ZIEL

Ziel ist es, eine verdrängte bis hin verleugnete Wirklichkeit im Öffentlichen Raum sichtbar zu machen und an sie zu erinnern, aber auch um historische Grundlagenforschung zu betreiben.

Eine umfassende und systematisch erstellte webbasierte Datenbank* mit einer interaktiven Webkarte der „arisierten“ Immobilien und Unternehmen (öffentlich abrufbar, geordnet nach Adressen und Namen und mit Geosuche) liegt aktuell nicht vor.

Eine solche webbasierte Karte soll erarbeitet und die Ergebnisse sowohl digital als auch analog sichtbar gemacht werden. Dazu soll eine Gedenktafel (sowohl digital als analog), die einer „Mesusa“ nachempfunden ist, angebracht werden.

Auf dieser Gedenktafel „Mesusa“ findet sich der Name des letzten Besitzers vor der „Arisierung“, der Name des „Ariseurs“ mit Datum der „Arisierung“ und der Name des heutigen Besitzers.Die „Mesusa“ soll einen QR-Code aufweisen, der dann auf die entsprechenden Informationen vertiefend verlinkt.

Die Gedenktafeln „Mesusa“ sollen digital und analog (sofern der aktuelle Besitzer einverstanden ist) realisiert werden.

MĒSUSA

MĒSUSA ist „…die Bezeichnung für die Türpfosteninschrift, die auf einer in einem Metall- oder Glaszylinder eingeschlossenen Pergamentrolle die beiden Abschnitte Deut. 6,4-9 und Deut. 11,13-21 enthält.“ (Jüdisches Lexikon, Bd. IV/1, S.140, Berlin 1927). Sie kennzeichnet ein jüdisches Gebäude, ein jüdisches Haus oder eine jüdische Wohnung. Sie wird erreichbar im oberen Drittel auf der rechten Seite am Eingang montiert.

Ähnlich wie Stolpersteine, soll die jeweilige Gedenktafel als symbolische „Mesusa“ öffentlich angebracht werden: Einmal im Web und einmal am Haus auf Augenhöhe und nicht in das Straßenpflaster versenkt.

Diese „Mesusa“ ist keine halachisch gültige MĒSUSA, denn diese kann je nach Denomination u.a. nur ein beauftragter Rabbiner oder der Eigentümer selbst anbringen unter Verwendung der entsprechenden Segensprüchen sowie der halachisch korrekt beschriebenen Pergamentrolle, die in einem entsprechenden Zylinder oder Kästchen gerollt eingefügt wird. (Mehr dazu > http://www.liberale-juden.de/das-liberale-judentum/leben/alltag/ ).

Die montierte „Mesusa“ ist daher keine MĒSUSA im halachischen Sinne, weshalb dies auch unter Anführungszeichen zu setzen ist.

 

Die nächsten Schritte

 

1. Vereinsgründung

2. Kostenplan

3. Fundraising

4. Realisierung

 

Bei Interesse Mail an: naftali.neugebauer@gmail.com

 

 

 

* Ein erster Versuch, der noch online ist, war die Visualisierung des Buches von Stefan Templ „Unser Wien: Arisierung auf österreichisch“. Ein anderes Projekt, das 2001 online gestellt worden ist, bietet keine Informationen mehr an und dürfte augenscheinlich off-line genommen worden sein.

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