Umfrage: Mehr als die Hälfte der Österreicher weiß nicht, dass 6 Millionen Juden in der Schoa ermordert worden sind

Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) führte eine Umfragestudie unter der erwachsenen Bevölkerung Österreichs durch und die Ergebnisse sind alarmierend: 56% der Österreicher wissen schlicht nicht, dass 6 Millionen Juden dem industriell durchgeführten Völkermord der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. In dieser repräsentativen Umfrage wurden 1.000 Personen über 18 befragt.

Die sogenannten “Millenials” und die “Generation Z” sind noch einen Schritt weit mehr unwissend. So sollen 58% nicht wissen, dass 6 Millionen Juden ermordet worden sind. So liest man in der Presseaussendung der Claims Conference: “More than half (56 percent) of those surveyed did not know that six million Jews were killed during the Holocaust. That number rose to 58 percent among Millennials and Gen Z.” 58% aller Befragten meinen, dass ein Holocaust in Europa wieder möglich sei.

Bei der Wahrnehmung, wo es mehr Neo-Nazis gebe, sehen Österreicher ein Aufkommen des neuen Nationalsozialismus eher in den USA als in Österreich selbst. Julius Berman, Präsident der Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) ist schockiert über das Ausmaß der Unwissenheit.

Berman sieht die Gefahr, dass sich Geschichte wiederholen könne und erachte Bildung und Aufklärung als Hebel zur Prävention: “This is the third survey the Claims Conference has conducted globally in the past year to measure Holocaust knowledge and awareness. And here again, we are seeing disturbing trends pointing to the lack of Holocaust knowledge. Without education, we risk the history of the Holocaust being distorted and otherwise denied and those who were murdered being forgotten. Effective education is paramount towards ensuring that what happened in the past does not repeat itself.

Weitere Erkenntnisse der Umfrage sind, dass beispielsweise für 51% der Befragten der Name Adolf Eichmann bekannt sei, aber nur 14% wissen, dass er ein Österreicher war. Oder, rund 25% der Österreicher glauben, dass 1 Million oder weniger Juden in der Schoa ermordert worden sind und 68% sehen Österreich sowohl als Opfer als auch Täter:

…Austrians’ complicated relationship with their country’s Holocaust legacy is exemplified by the majority of Austrians (68 percent) who say that Austria was BOTH a victim and a perpetrator of the Holocaust, while only 13 percent said they were only perpetrators.” Erschreckend: 42% der Östrerreicher, gefragt ein Konzentrationslager in Österreich zu nennen, wissen nicht Mauthausen anzuführen.

Aufklärugs- und Bildungsprojekte sind daher überaus wichtig und man wird auch digitale Medien verwenden müssen, um hier die “Millenials” und “Generation Z” zu erreichen. Beispielhaft sei das Vorhaben Mesusa: Digitaler Atlas der “Arisierung” vom Anti-Defamation Center, dem Touro College Berlin und Lander Institute for Holocaust Communication and Tolerance, die einen digitalen Atlas der “Arisierung” für Immobilien, Wohnungen und Unternehmen erstellen wollen (> https://mesusot.wordpress.com ), genannt.

Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Österreich und Wien, sieht eine Herausforderung für die gesamte österreichische Gesellschaft: “The lack of knowledge among many Austrians revealed through this study sets a mission for not only teachers and politicians but all society. A sincere handling of antisemitic incidents today and misrepresentations of Shoah is crucial.

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